Tisch- und Trinkkultur in Deutschland ca. 1900-1950

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Ein Prosit unter Männern, um 1900

Ein Prosit unter Männern, um 1900

Man prostet sich mit Dunkelbier zu, der ältere Herr in der Mitte schaut eher teilnahmslos in die Ferne. Man trägt Schnauz- oder Vollbart, an den Westen hängt die Uhrenkette. Als Tropfenfänger für die Biergläsern liegen Porzellanuntersetzer auf der Tischdecke, in der Mitte des Tisches steht ein zylindrisches Gefäß, aus dem dünne Stangen herausragen (Streichhölzer?), rechts ein Garderobenständer, links soweit erkennbar ein mechanischer Musikautomat, wohl ein Orchestrion: sicherlich eine Gaststättenszene.
Am Intermationalen Guttempler-Tag Pfingsten 1911 in Berlin referiert ein Vertreter der "Bewegung für künstlerische Erziehung" u.a. folgendes: "Zum Bier gehört laute Biermusik, gehört das scheussliche Grammophon und das noch furchtbarere Orchestrion und wie die anderen in unseren Kneipen aufgestellten Marterinstrumente noch heissen mögen, deren Misstöne noch die ganze Straße entlang schallen. Bei solch mechanischer, lärmender Musik fühlt sich der Bierphilister wohl, das ist sein Kunstgenuss" (Hübner, Der deutsche Durst, Leipzig 1994, S. 218).

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